Die Funktionskreise / die Organsysteme

Funktionskreise sind eine funktionelle Einheit.
Sie haben keinen bestimmten Platz im Körper, obwohl sie den Namen der Organe tragen.

Jedes Organsystem kann aus dem Gleichgewicht geraten und kann "organtypische" Beschwerden verursachen.

Jeder Wandlungsphase ist ein entsprechender Funktionskreis zugeordnet.

In jedem Funktionskreis steckt Yin und Yang. Yin ist das Speicherorgan, Yang ist das Hohlorgan.

Zu den Speicher (-Zang) Organen gehören:
Milz, Lunge, Niere, Herz, Leber, Herzbeutel (Perikard)

Zu den Hohlorganen (Fu) gehören:
Magen, Dickdarm, Blase, Gallenblase, Dünndarm, Dreifacher Erwärmer


Der Funktionskreis Herz

  • Das Herz öffnet sich zur Zunge
  • herrscht über das Blut (Xue)
  • spiegelt sich im Gesicht
  • kontrolliert den Schweiß
  • Sitz des Shen
Dem Herzen ist die Emotion Freude zugeordnet. Eine Störung im Funktionskreis Herz kann sich in Begierde umschlagen, oder in die Unfähigkeit Freude zu empfinden.
Kosmisch ist dem Herzen der Mittag und der Sommer zugeordnet.

Beim Herzen geht es um die Gesamtpersönlichkeit eines Menschen, dem Selbstbewusstsein, der Fähigkeit zu Argumentieren und zu handeln.
Das "Herz" gibt dem Blut (Xue) seine rote Farbe, vergleichbar mit Hämoglobin (roter Blutfarbstoff).
Der Organpartner des Herzens ist der Dünndarm. Ebenso hat der Perikard (Herzbeutel) Bezug zu diesem Funktionskreis. Alle drei sind der Wandlungsphase Feuer zugeordnet.

Das zugehörige Sinnesorgan ist die Zunge. - So können Ungleichgewichte z. B. zum Stottern führen.
Die Geschmacksrichtung des Herzens ist bitter. Bitter kann "Nässe" trocknen, sowie zu viel Funktion (Yang) hemmen.
Die Farbe, die dem Funktionskreis zugeordnet ist, ist rot.

Das Herz regiert über alle anderen Funktionskreise

An dieser Stelle möchte ich den Begriff "Shen" noch einmal aufnehmen. Das Shen hat seinen Sitz im Herzen und kommt daraus hervor. Gemeint ist die Persönlichkeit, die äußere Erscheinung, die geistigen Kräfte, das Bewusstsein, das Gemüt, die Spiritualität, und die mentale Aktivität.

Shen-Störungen äußern sich z. B. in Persönlichkeitsveränderungen, Schlafstörungen, Tics, Schizophrenie, Schwierigkeiten im Denken, starker Rededrang, Ruhelosigkeit, viele Träume und Aphasie (Sprachstörung).

Der Funktionskreis Herzbeutel / Perikard

Das Perikard ist der Beschützer des Herzens. Es beschützt das Herz vor schädlichen Emotionen und andern krankmachenden Faktoren.

Der Funktionskreis ist stark mit dem Funktionskreis Herz verbunden. Störungen wirken sich ähnlich aus.
Erfahren Sie mehr über die einzelnen Organsysteme, hier geht`s zum Funktionskreis Lunge

Der Funktionskreis Lunge

  • öffnet sich zur Nase
  • reguliert die oberen Wasserwege
  • Sitz der Körperseele Po
  • kontrolliert die Gefäße und Leitbahnen
  • kontrolliert das Verteilen und das Absenken von Qi
  • beherrscht die Atmung
  • kontrolliert Haut und Körperhaar
Der Funktionskreis Lunge gehört zur Wandlungsphase Metall. Das Bild der Ritterrüstung veranschaulicht recht gut die Aufgaben des Funktionskreises Lunge. Es geht um Schutz vor Erregern, vor diesen uns unsere Haut und unser Immunsystem schützt. Aber auch die emotionale Abgrenzung und der Austausch mit der Umwelt, ermöglicht uns die gesunde "Lunge".

Die "Lunge" unterstützt das "Herz" indem sie für einen gleichmäßigen Herzrhythmus sorgt.

Der zugeordnete Organpartner der "Lunge" ist der "Dickdarm".

Der Wandlungsphase Metall ist der scharfe Geschmack zugeordnet. Scharf öffnet die Oberfläche, d. h. die Poren öffnen sich, man beginnt zu schwitzen, und Krankheitserreger können so aus dem Körper gelangen.

Über die Lunge atmen wir Qi ein, das dann im ganzen Körper verteilt wird, und verbrauchtes Qi wird abgeatmet.

Als Emotion ist die Trauer zugeordnet.
Sind wir z. B. erkältet, fühlen wir uns manchmal auch etwas traurig und unsere Stimme klingt weinerlich und leise.

Störungen des Funktionskreises Lunge äußern sich in: Depression, fahler Teint, Infektanfälligkeit, Allergien, Asthma, Hautprobleme, zu viel schwitzen (Hyperhidrose) / zu wenig schwitzen, verstopfte / laufende Nase.

Funktionskreis Milz

  • öffnet sich zu den Lippen
  • wandelt um und transportiert
  • kontrolliert das aufsteigende Qi
  • ist die Mutter von Qi und Blut (Xue)
  • kontrolliert das Fleisch und die Extremitäten
Die "Milz" ist der Wandlungsphase Erde zugeordnet. Die "Milz" verwandelt unsere Nahrung in Qi und Blut (Xue) um, und sorgt dafür dass alle anderen "Organe" mit Qi und Blut (Xue) versorgt sind.
Sie trennt aber auch rein und unrein - was nicht mehr benötigt wird gelangt weiter über Niere und Darm nach draußen.
Die "Milz" sorgt auch für das klare Denken. Ist sie krank, beginnen wir zu grübeln, umgekehrt schädigt das Grübeln die "Milz."
Sie sorgt dafür dass alles an seinem Platz bleibt - Organe, Gewebe, Blutgefäße, etc.

Zugeordneter Organpartner ist der "Magen".
Störungen äußern sich in Schwindel wie benommen, Wassereinlagerunen (Ödeme), Fettleibigkeit, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Konzentrationsstörungen, nicht einschlafen können wegen Gedanken, Verdauungsbeschwerden, zu starke / zu schwache Menstruation, Krampfadern, Besenreiser, Abgänge, Darmvorfall, rissige Lippen, Neigung zu blauen Flecken (Hämatomen).

Funktionskreis Leber

  • Sitz der Leberseele Hun
  • speichert das Blut (Xue)
  • hält das Qi in Fluss
  • öffnet sich zu den Augen
  • kontrolliert die Sehnen
  • zeigt sich in den Nägeln
Den Funktionskreis Leber möchte ich etwas ausführlicher darstellen, da Störungen in diesem Funktionskreis in der Praxis sehr häufig vorkommen.
Die Zugeordnete Wandlungsphase ist das Holz. Die bildliche Vorstellung ist ein sprießender Trieb eines Baumes im Frühling.
Die "Leber" speichert das Blut (Xue), das die "Milz" produziert hat. Sie sorgt für einen gleichmäßigen Qi-Fluss. - Ist das Leber-Qi in Fluss, fühlen wir uns ausgeglichen und gelassen. Stagniert das Qi der "Leber", entsteht die sogenannte

Leber-Qi-Stagnation
Die Leber-Qi-Stagnation ist ein sehr wichtiges, da häufig vorkommendes "Krankheitsbild". Häufig entsteht die Stagnation aufgrund von ungelösten emotionalen Beschwerden. Emotionen die nicht ausgedrückt werden, lassen den Fluss der "Leber" stocken. Dies äußert sich in: Nackenverspannung, Zähneknirschen, halbseitige Kopfschmerzen, Augenbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, krampfartige Schmerzen, PMS (prämenstruelles Syndrom), Schmerzen während der Menstruation, etc.

Folgen der Leber-Qi-Stagnation
Die "Leber" könnte man als "das Tier in uns" bezeichnen - triebhaft, zornig, aufbrausend, kriegerisch. So kann es dazu kommen, dass sie ihren schwächsten Nachbarn angreift. (Jeder von uns hat seine Schwachstelle, die uns in die Wiege gelegt wurde). Angenommen unsere Schwachstelle ist die "Lunge", so können alle Symptome auftreten, die Sie bereits unter dem Punkt Funktionskreis Lunge gelernt haben. Das könnte dann zum Beispiel so aussehen: "immer wenn ich zornig bin, habe ich am nächsten Tag eine Erkältung, oder eine verstopfte Nase, oder Verschlimmerung der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)."

Um die Leber-Qi-Stagnation zu lösen, hat jeder seine eigenen Gewohnheiten entwickelt. - Der eine braucht seine Zigarette, der andere sein Feierabendbier, dem anderen genügt ein Spaziergang oder ein Entspannungsbad.

Sie sehen die Wichtigkeit, die Leber-Qi-Stase nicht zum Dauerzustand werden zu lassen, v. a. im Zusammenhang mit Süchten.

Beziehung zwischen "Milz" und "Leber"
Wie schon erwähnt, produziert die "Milz" aus unserer Nahrung das Blut (Xue). Das produzierte Blut (Xue) wird in der "Leber" gespeichert. Kommt zu wenig bei der Leber an, z. B. weil die "Milz" geschwächt ist, können aufgrund des wenigen Blutes (Xue) Turbulenzen entstehen.

Kleine Wiederholung zu Yin und Yang: Das Blut (Xue) ist ein Yin-Aspekt, das nährende, kühlende, hemmende Prinzip. Ist Yin im Mangel, so besteht ein relativer Yang-Überschuss. Yang steht für Aktivität, für Wärmen, für Trocknen.

Also was passiert jetzt im Körper? Yang hat die Tendenz nach oben zu steigen. Wenn zu wenig hemmendes Yin vorhanden ist, schießt Yang nach oben und macht uns je nach unserer Schwachstelle Beschwerden: Migräne, Bindehautentzündung, trockene Augen, trockenen Husten, Augenschmerzen usw.

Als Turbulenzen (hochschlagendes Yang / Entstehung von "Wind") kann man bildhaft das wenige umherwirbelnde Blut (Xue) in den Gefäßen verstehen, hier können u. a. folgende Symptome entstehen: empfindlich gegen Wind (z. B. Klimaanlage), Allergien, juckende Hautausschläge, Migräne, Schwindel, Tics, Zittern, Bluthochdruck (Hypertonie) verspannter Nacken, usw.

Symptome des Leber-Blut-Mangels (Leber-Xue-Mangel)
Die Leber ernährt Sehnen und Bänder, ein Mangel äußert sich in Verspannungen, Sehnenscheidenentzündungen, spastische Lähmung (gelähmte Extremität ist in verkrampfter Haltung), Zuckungen, Zittern, schlechtes Sehen, v. a. Nachtblindheit, brüchige Nägel, Unfruchtbarkeit, ausbleibende Menstruation oder sehr wenig Menstruationsblut, Aberglauben, glanzloses Haar, Haarausfall, Schuppen, trockene Haut, trockene Augen, Impotenz, etc.

Der Seelenaspekt Hun
Das Hun zufrieden ist, hängt ebenso von genügen Leber-Blut (Leber-Xue) ab. Hun benötigt das Blut (xue) um verankert sein zu können. Hun sorgt dafür dass wir die Motivation haben unseren Lebensplan umzusetzen. Bei Leber-Blut-Mangel (Leber-Xue-Mangel) irrt Hun ziellos umher, macht uns nachts viele Träume, und sorgt dafür das wir selbst nur noch schwer entscheiden können. Wir benötigen jemanden der uns führt, uns den Weg zeigt. Wir werden abergläubisch, bekommen Angst vor Geistern und befragen auch gerne mal das Orakel zur Entscheidungsfindung.

Sauer macht sauer
Dem Funktionskreis "Leber" ist der saure Geschmack zugeordnet. Sauer zieht zusammen, bei bestehender Leber-Qi-Stase verschlechtert der saure Geschmack die Beschwerden.

Funktionskreis Niere

  • speichert das Jing
  • herrscht über Geburt, Fortpflanzung und Entwicklung
  • wichtig für Rückenmark und Gehirn
  • regiert das Wasser
  • kontrolliert das Empfangen des Qi
  • öffnet sich zu den Ohren
  • zeigt sich im Haar
  • regiert über die unteren Öffnungen
  • beherbergt den Willen Zhi - Seelenaspekt der Niere
Zur Niere gehört die Wandlungsphase Wasser, als Jahreszeit der Winter.

Westlich könnte man die Niere mit Erbanlage bezeichnen, unsere DNS - Das was wir von unseren Eltern und Großeltern vererbt bekommen haben. - Charakterzüge, Talente, körperliche Kraft, aber auch Krankheiten.

Das Jing (Essenz) ist das, was dem Kind während der Zeugung mitgegeben wird. Dazu gehören auch alle Umstände - Krieg, Hungersnot, Umwelteinflüsse, das Verhältnis zwischen Mutter und Vater, das Alter von Mutter und Vater, usw.

Knochen, Zähne, Nervengeweben wird ebenso der Niere zugeordnet, und alles was sich im unteren Körperbereich befindet. Die Niere hat sehr viel mit dem Altern zu tun.

Die "Niere" ist indirekt auch an der Blut (Xue)-Bildung beteiligt, man könnte es mit Erythropoetin (ein Hormon, das im Knochenmark die Blutbildung stimuliert) vergleichen.

Die Niere wird als unser Lebensfeuer Bezeichnet
Deshalb sollten wir sparsam mit unserer Essenz (Jing) umgehen. Das Feuer sollte nicht lodern, denn um so schneller ist es erloschen und verbraucht. - Übersetzt soll das heißen, für ausreichend Schlaf sorgen, keine Drogen konsumieren, nicht zu viel arbeiten, nicht übermäßig Sport treiben und kein sexuell ausschweifendes Leben führen. Ein Mann verliert mit jedem Samenerguss Essenz (Jing), eine Frau mit jeder Geburt.

So erklärt sich auch was die Niere mit Altern zu tun haben soll. Ein Mangel an Nieren-Energie äußert sich in Folgenden Beschwerden: Müdigkeit, Frigidität, Impotenz, Unfruchtbarkeit, Lendenwirbelsäulenschmerzen, Knieschmerzen, Arthrosen, Inkontinenz, Hüftschmerzen, Zahnausfall, ergrautes Haar, Haarausfall, Osteoporose, Schwerhörigkeit, Tinnitus, Wassereinlagerungen, etc.

Aber auch viele degenerative Erkrankungen sind der "Niere" zuzuordnen, die mit Knochenmark und Gehirn, bzw. auch Mark im weiteren Sinn - wie Multiple Sklerose, im Zusammenhang stehen.

Die zur "Niere" gehörige Emotion ist die Angst. Ist die "Niere" schwanch, werden wir ängstlich, umgekehrt, haben wir viele Ängste, schwächt das die "Niere".

Der zugehörige Geschmack ist salzig. Zu viel schadet der "Niere". Leiden wir aber unter einem Nieren-Yin-Mangel, kann etwas mehr Salz den Durst fördern und so den Körper besser mit Flüssigkeit versorgen.

Nadine Löffler

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